Der Gambeson | Schutzkleidung im Mittelalter

Im Mittelalter wurde unter der Rüstung noch ein mehrlagiges, robustes Kleidungsstück zum Schutz getragen: der Gambeson. In diesem Artikel geht es darum wie Gambesons aussahen und warum sie so wichtig waren.

Ein Ritter trägt ein rotes Gambeson, Abb. aus der Kreuzritterbibel (fol. 10r, um 1240)
Ein Ritter in einem weißen Gambeson.

Der grundsätzliche Aufbau des Gambesons besteht aus einem Filzkern, der zwischen zwei Lagen festem Leinen vernäht wird.

Je nachdem, ob der Gambeson unter der Kettenrüstung oder solo getragen wird, sollte die Filzlage entsprechend stark sein. Für das Tragen unter der Kettenrüstung reicht notfalls auch eine gute dickere Schurwolldecke als innere Lage.

Der Kragen ist seitlich verschließbar und ebenfalls gepolstert.

Handschuhe können optional angearbeitet sein. Diese sind ebenfalls auf der Handoberfläche gepolstert. Auf der Handinnenseite bedecken sie lediglich (ungepolstert) die Finger, so daß die Handinnenfläche frei bleibt. Zum besseren Handschutz können innenliegend verstärkende Lederstreifen eingearbeitet sein.

Lagengambesons sind gesteppten Gambesons vorzuziehen.

Zweiteilige Gambesons bestehen aus einem dünneren Polsterhemd über dem ein dicker gepolsterter Torsoschutz ohne Ärmel getragen wird.

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