Wallfahrt 2005

 

Es war typisch für das Jahr 2005: Jede AG HMA-Veranstaltung war von schlechtem Wetter begleitet. Und so war es kaum verwunderlich, daß es nach einem heißen September pünktlich am ersten Tag der Wallfahrt in Strömen regnete.

Nichtsdestotrotz mußten wir los, auch wenn weder Mensch noch Tier große Lust zu ausgedehnten Wanderungen hatten - immerhin warteten rund 14 Kilometer Strecke mit teilweise "knackigen" Auf- und Abstiegen auf uns.

Auf dem Hof wurden noch die letzten Vorbereitungen getroffen, Decken über die Packsättel geworfen, um gegen 11 Uhr aufzubrechen.

 

Für die erste Rast mußte nach einigen unerquicklichen Asphaltkilometern die Grillhütte der Hausener Feuerwehr herhalten, der einzige trockene Unterstand weit und breit. Der Esel war - von Natur aus eher der Typ für trockenes Wetter - durch den Dauerregen schon etwas angenervt.

 

Nach und nach wurden die Wege aber schmaler, der Wald dichter und der Regen etwas schwächer, so daß wir unsere Wanderung etwas besser gelaunt über den Bergmannspfad der Katzenelnbogischen Eisengruben fortsetzen konnten. Wie auf den Bildern zu sehen, mußte nach mehrmaligem Neusatteln von Guinness auch der Esel leichte Transportaufgaben der Deckenrollen von Astrid und Jens übernehmen.

 
 

Mit durchnäßtem Schuhwerk, klammen Klamotten und müden Beinen erreichten wir von einem Höhenzug aus dann schließlich gegen 18 Uhr die Schönborner Mühle, deren Gästehaus mit der großen Küche uns wohltuende Wärme und dank Astrid und allen Helferinnen und Helfern ein ausgezeichnetes Abendessen spendete. Und auch Maya, Guinness und Manolito bekamen einen trockenen Platz im alten Stall der Mühle.

 

Aufgrund des miserablen Wetters vom Samstag, durchweichter Schuhe, klammer Beinlinge und Strümpfe und allgemeiner Nässe hatten wir die Route für Sonntag geändert, so daß "nur" noch 15 Kilometer zu bewältigen waren statt der ursprünglich angedachten 26 Kilometer. Unpraktischerweise haben wir uns auf dem ersten Stück allerdings verlaufen, so daß doch noch gut 17 Kilometer Strecke zusammenkamen.

Nach ein paar Stunden war uns auch Petrus wohlgesonnen und schickte uns auf den letzten Kilometern noch Sonnenschein, so daß wir die Rast auf der Ruine des Klosters Brunnenburg aus dem 12. Jh. bei angenehmem Wetter genießen konnten. Auch die Wege waren nun so beschaffen, wie wir uns mittelalterliche Straßen vorstellen - leider allerdings teilweise mächtig steil.

 

Der Rest der Strecke zum Eschenhof führte uns nun endlich an die Lahn und verwöhnte uns mit steilen Aufstiegen, mehrfachen Packsattelverlusten bei Maya, Lustverlust bei Manolito und einem Wasserlauf, der nur mit Mühe von den Packtieren bewältigt wurde. Nichtsdestotrotz erreichten wir wohlbehalten den Eschenhof, wo für die Pferde eine großzügige Weide und für die Wallfahrer das warme Reiterstübchen (und Frank mit Hanuta ;-) warteten.

 

Nachdem Steffi und ich an den beiden darauffolgenden Tagen die Tiere wieder zum Hof zurückbringen mußten, die Füße allerdings nicht mehr so recht wollten und die Nacht auf dem Eschenhof im Heu auch eher kühl war, haben wir uns entschlossen, ganz historisch inkorrekt die Sättel zu holen, moderne Reitklamotten anzuziehen und die Strecke zurückzureiten ;-)

 

   

Wir bedanken uns bei allen Teilnehmern, die trotz des Wetters die Wallfahrt zu einem Erlebnis gemacht haben, das wir sicherlich lange in Erinnerung behalten werden. Und für alle, die wissen wollen, wieviele Höhenmeter wir nun wirklich gemacht haben, hier die Höhenprofile der beiden Tage ;-)

Höhenprofil Tag 1

Höhenprofil Tag 2

 

 

© Stephanie & Claus Winhard